Sonntag, 7. Mai 2017

Basteln und Malen: Die Angst vor dem Pinsel - Warum "Ich kann nicht malen" eine Lüge ist!

Hey hey,

heute möchte ich gern ein wenig über das Thema Malen und die Verbindung zum Tabletop schreiben.
Den Anfang möchte ich mit einem Vorurteil machen, das viele Menschen über sich selbst haben: "Ich kann nicht malen!". Das ist dann der Moment, in dem ich Bullshit calle. Die meisten, die das über sich sagen, hatten sicher noch nie einen Pinsel in der Hand oder falls doch, ist das irgendwann in der Schulzeit im Kunstunterricht mal der Fall gewesen. Wenn Malen eines ist, dann Übung. Talent spielt natürlich immer eine Rolle, aber man muss echt kein Van Gogh sein, um seine Püppis auf ein annehmbares Level zu heben. Picasso reicht da völlig!



http://www.coolminiornot.com/405616
Nicht jede Figur muss direkt auf diesem Level an Awesomeness bemalt sein.



Als allererstes sollte man sich direkt von dem Gedanken verabschieden, mit seinen ersten Figuren eine Crystal Brush, Golden Demon oder Iron Painter zu gewinnen. Wichtig ist, dass man am Ende sagen kann, selbst mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Und wie wir dahin kommen, das würde ich gerne aus meiner eingeschränkten Sicht etwas erläutern:

1. Hauptsache bunt

Ich kenne es aus eigener Erfahrung und hab es auch schon öfter mal von Bekannten gehört - man möchte seine teuren Figuren nicht einfach mit Farbe zukleistern, sondern wahre Kunstwerke schaffen. Dahin kommt man aber nicht, wenn man nicht übt. Außerdem ist jede bunte Figur besser als eine silberne/graue. Besser wird man leider nicht, wenn man sich nur Tutorials anschaut oder durchliest, sondern nur durch Praxis. Hier ist es total wichtig, dass man sich nicht auf das Ergebnis versteift, das man erreichen möchte. Es ist wahrlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Nehmt euch einfach eine Figur und fangt an. Damit habt ihr den wichtigsten Schritt hinter euch. Am Anfang reicht es sicher, sich erstmal grundlegend mit den Techniken Base/Shade/Highlight auseinanderzusetzen um zu einem Ergebnis zu kommen.

Alles bunt! Saubere Trennung der einzelnen Partien ist hierbei sehr wichtig.


2. Werdet fertig

Auch hier spreche ich gerne aus eigener Erfahrung. Klar sieht es bestimmt toll aus, wenn ihr die zwölfte Schicht Farbe auf die Fingerknöchel eines Models auftragt. Klar sieht es bestimmt toll aus, wenn ihr 6 verschiedene Techniken benutzt, um den Gewehrlauf zu bemalen. Klar sieht es bestimmt toll aus, wenn ihr stundenlange Umbauten vornehmt. Das Problem ist allerdings,  dass man so nur sehr langsam voran kommt. Zumindest ließ das bei mir die Motivation gerade anfangs schnell sinken, bis hin zu dem Punkt, an dem die Mini dann halbfertig im Schrank der Schande landete. Eine Figur fertig zu stellen, bedeutet auch gleichzeitig ein Erfolgserlebnis. Bleibt das aus, wird Malen schnell zu einer beschwerlichen Last und irgendwann türmt sich ein Berg grauer Puppen neben dem Maltisch. Das führt zumindest bei mir zu einer Art Schockstarre und die Aussicht, was alles noch vor einem liegt, ist wie eine schwere Last. Macht nicht den gleichen Fehler wie viele andere und auch ich und häuft Figur um Figur an, ohne wenigstens die gleiche Menge zu bemalen. Ein guter Grundsatz hier ist es, sich z.B. nur eine neue Figur zu kaufen, wenn man eine alte fertig bemalt hat.

An dem Punkt erschlägt einen die schiere Masse an Figuren fast.

3. Mit jeder Miniatur ein Stück besser

Mir hat mal ein sehr guter Maler einen noch besseren Rat gegeben: "Werde mit jeder Miniatur, die du bemalst auch gleichzeitig ein besserer Maler!". Im Grunde passiert das automatisch, dennoch ist es gut, sich das wieder und wieder ins Gedächtnis zu rufen. Jeder gemalte Pinselstrich bedeutet natürlich gleichzeitig auch mehr Übung. Viel Malen macht einen aber nicht zwingend auch zu einem sehr guten Maler. Man darf sich auch bei einfachen Techniken Mühe geben. Hier ist die Kunst, die richtige Balance zwischen Zeit lassen und dem oben angesprochenen "Fertigwerden" zu finden. Figuren bunt machen braucht nunmal Zeit, das ist klar. Es geht vorallem darum, Grundtechniken sauberer umzusetzen und sein Repertoire langsam aber stetig zu erweitern. Dabei helfen vorallem andere Maler. Tutorials im Internet sind hier empfehlenswert (wenn man sich danach hinsetzt und es auch wirklich tut!), live dabei zu sein und seinen eigenen Bedürfnissen entsprechend Fragen stellen zu können, ist allerdings um Ewigkeiten besser. Selbst zu experimentieren ist eine weitere Art, sich zu verbessern. Dabei ist das Ergebnis zweitrangig. Viel wichtiger ist es, sich mit der Idee, die hinter einer Maltechnik steht, vertraut zu machen und sich nicht von Fehlschlägen verunsichern zu lassen.

Erstes Mal Non-Metallic Metal? Good Job! (Non-Metallic Metal oder kurz NMM ist das
Malen von Metallteilen mit nicht metallischen Farben wie grau oder braun)

4. It's all about that Base

Zuletzt noch eine Sache, die oft übersehen wird: Diese ganzen Figuren haben eine Base. Bleibt diese schwarz oder grau, zieht das das Aussehen der Miniatur zwangsläufig runter. Dabei kann man mit wenig Aufwand schon gute Effekte erzielen. Ein wenig Kleber und Sand, dann noch ein Wash und eventuell noch eine Runde Drybrushen - zack, schon sieht das ganze um Welten besser aus. Ein wenig Schiefer (gibt es z.B. bei Amazon) den man etwas mit dem Hammer bearbeitet und man hat eine wunderschöne Felsenbase. Das gleiche gilt für viele andere Materialien, die man zur Basegestaltung benutzen kann (Kork, Grasstreu, Büschel, etc.). Bei einem Waldspaziergang eine kleine Tüte dabeizuhaben, ist auch keine schlechte Idee - dort findet man so allerhand Nützliches, was man seiner Figur zu Füßen kleben kann.

Der ein oder andere übertreibt bei der Basegestaltung natürlich maßlos... ;)
Und ja, aus mir spricht der blanke Neid!


So, und was macht ihr jetzt noch hier? Ab an den Maltisch und Üben, Üben, Üben. Denkt aber vorallem daran, dass auch kleine Schritte große Erfolge sind und lasst euch durch das ein oder andere Misgeschick nicht den Spaß rauben. Malen ist ein toller Teil des Hobbies und der sollte keine Pflicht sein, sondern Spaß machen.

So long,
waffls

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